Der Opel Combo Life bringt einen ins Staunen.

Die Markteinführung lässt noch auf sich warten und wenn es sich auch um zwei Vorproduktionsmodelle handelte, so durfte ich diese erstmals in Augenschein nehmen. Der Combo war bis dato populär, um es mit den Worten von Opel auszudrücken. Doch sofort fällt auf, der Opel Combo Life hat einen Quantensprung vollzogen. Wirklich verwunderlich ist das bei genauerer Betrachtung jedoch nicht, wurde die fünfte Generation Combo mit dem neuen Partner der PSA Groupe entwickelt. Und schließlich können die Franzosen mit den Marken Citroën und Peugeot seit jeher die absolute Segmentführung für sich beanspruchen. Diese Erfahrungen flossen nun auch in den Rüsselsheimer.

Dabei allein belässt es Opel aber nicht… hättest Du all diese Features, sei es beispielsweise das Head-Up-Display, die Wireless Charging Möglichkeit für kompatible Smartphones, die Apple CarPlay und Android Auto kompatiblen Infotainment-Systeme inklusive Acht-Zoll-Farb-Touchscreen, die Lenkradheizung, Keyless-Go oder die zahlreichen Fahrerassistenzsysteme bis hin zum automatischen Parkassistent, in dieser Fahrzeugklasse erwartet? Nimm Platz im neuen Opel Combo Life und staune mit mir – ich zeige Dir auf, was der neue Allrounder so alles drauf hat.

Wenn der Opel Combo Life auch einen unglaublich hohen Nutzwert vorzuweisen hat, so ist er keinesfalls ein Nutzfahrzeug und wurde bewusst als Pkw-Version entwickelt und wird zunächst auch nur als „Life“ in den Markt eingeführt. So gibt die Bezeichnung den Hinweis auf den Personenwagen. Eine für den gewerblichen Bereich reine Nutzfahrzeug-Variante soll aber auch in der fünften Generation Combo nachgelegt werden.

Beim Vorgängermodell Combo D steckte nicht nur ein Fiat Doblò unter dem Blechkleid, auch das Design war vom Italiener geprägt. Heute gehen die Rüsselsheimer eigene Wege und heben sich von den neuen Opel-Schwestermodellen Peugeot Rifter und Citroën Berlingo Multispace deutlich an der Front ab. Entspricht diese unverkennbar der aktuellen Opel-Designsprache.

Die Kastengrundform ist bei Hochdachkombis natürlich unumgänglich und dennoch haben die Verantwortlichen einen angenehmen Auftritt geschaffen und den Fahrzeugen trotz ihres betonten Nutzfaktors eine gefällige Optik verpasst.

Doch gilt das auch im Innenraum? Ja, tut es. Und mit dem Lenkrad und der Instrumenteneinheit drückt der Combo Life auch hier den eigenständigen Opel-Stempel auf, präsentiert sich das Cockpit der Drillinge ansonsten absolut identisch – wenn auch im Rüsselsheimer deutlich „grauer“ und nicht so farbenfroh wie es im Berlingo Multispace der Fall sein wird. Was übrigens auch für den äußeren Look gilt, womit der Citroën der mit dem meisten Pepp ist.

Ansprechend und wertig ist das Interieur in allen Dreien. Die ungewöhnlich breite Mittelkonsole lässt einem letztlich auch den nötigen Platz – auch für Sitzriesen – und bietet zusätzlich großen Stauraum und nimmt 1,5-Liter-Flaschen genauso auf wie große Tablets.

Das Trio legt die Messlatte wahrlich hoch und packt unzählige Innovationen in ihre Fahrzeuge, die den praktischen Familienvans einen gewissen Premium-Flair verleihen.

Werfe ich einen Blick in den neuen Opel Combo Life, entdecke ich zahlreiche Top-Features, sei es das Head-Up-Display, welches die wichtigsten Informationen in Dein direktes Sichtfeld projiziert, die Panorama-Rückfahrkamera, das beheizbare Lederlenkrad oder die Standheizung. Letztere kannst Du via Timer oder Fernbedienung aktivieren, dabei arbeitet die Heizung unabhängig vom Motor. So nimmt der Combo Dich auch an frostigen Wintertagen wohlig warm auf.

Für beste Unterhaltung und Vernetzung sorgen die Apple CarPlay sowie Android Auto kompatiblen Infotainment-Systeme, steuerbar über den bis zu acht Zoll großen Farb-Touchscreen. Darüber hinaus kannst Du dein Smartphone – sollte es bereits kompatibel sein – auch kabellos induktiv aufladen. Hierzu musst Du lediglich das Gerät in der dafür vorgesehenen Fläche unterhalb der Belüftungsregler ablegen. Gerade in einem Familien-Van wird die zweite Sitzreihe gerne zu einem Kinosaal umfunktioniert, gut, dass Opel auch hier USB-Eingänge verbaut hat.

Ausschlaggebendes Kaufargument für ein Fahrzeug dieser Klasse ist aber zweifelsohne die Geräumigkeit und Flexibilität. Eine erste Sitzprobe im Combo Life zeigt in jedem Fall auf, Opel wie auch PSA haben ihre Hausaufgaben gemacht. Ist der Combo ein Allrounder mit viel Platz, cleveren Ablagelösungen, variabler Sitz-Umklappfunktionen und in der Langversion sogar ein Transportmittel für bis zu sieben Personen. Denn basierend auf einer komplett neuen Architektur wird es das Fahrzeug wahlweise als Kurz- oder Langversion geben, die entsprechend auf 4,40 bzw. 4,75 Meter kommt.

Beide Varianten sind dabei jeweils mit einer Schiebetüre ausgestattet, die zweite Türe auf der Fahrerseite ist gegen Aufpreis erhältlich.

Ganz nach Deinen Bedürfnissen kannst Du die durchgängige Sitzbank in der zweiten Reihe – die sich im Verhältnis 60:40 umklappen lässt – alternativ durch drei Einzelsitze ersetzen. Diese sind optisch zwar schmal geschnitten, ermöglichen aber auch die Unterbringung von drei breiten Kindersitzen nebeneinander. Dazu verfügt jeder Sitz über Isofix-Halterungen und einen so genannten Top Tether-Verankerungspunkt, um im Falle eines Unfalls die Vorwärtsbewegung des Kindersitzes zu minimieren und so Verletzungen vorzubeugen.

Das aufpreispflichtige Panoramadach stellt ein sehr reizvolles Extra dar, lässt dieses nicht nur Licht ins Innere und gibt den Blick gen Himmel frei, es verfügt auch über eine praktische Ablage in Milchglas-Optik.

Die einzelnen Sitze der zweiten Reihe lassen sich laut Opel auch ohne Werkzeug ausbauen und kommen mit 14 Kilogramm auf ein durchaus rückenfreundliches Gewicht.

Doch schon die normal ausgelegte Standardversion kommt bei Nutzung aller Sitzplätze auf ein Ladevolumen von mindestens 597 Litern. Das Ladeabteil des 35 Zentimeter längeren Combo beherbergt selbst bei siebenköpfiger Besetzung 850 Liter.

Bei umgeklappten Rücksitzen – hierzu einfach einzeln die Lehnen umlegen und fertig ist die nahezu ebene Ladefläche – wächst das Volumen um mehr als das Dreifache und so fasst die Variante mit kurzem Radstand stolze 2.126 Liter, toppen kann das lediglich die Langversion des Combo, die es auf maximal 2.693 Liter bringt.

Dem Kofferraum könnte man durchaus das Motto „quadratisch, praktisch, gut“ zuschreiben. Und wenn private Nutzer auch weniger in die Versuchung kommen, so wäre es ihnen zumindest möglich, auch eine Europalette zu transportieren.

Der Transport langer Gegenstände fällt da wahrscheinlich öfter an und ist ebenfalls möglich, lässt sich auch der Beifahrersitz ebenmäßig umklappen, die angebrachte Armlehne lässt sich hierfür einfach abnehmen und in der Ablage praktisch verstauen. Über drei Meter Ladefläche lassen einen wirklich staunen.

Bei all der Flexibilität kommt durchaus die Frage nach einem Camping-Ausbau auf, ist zur Zeit allerdings noch nicht angedacht.

Da ist das Gepäck clever verstaut, eine passende Parklücke gefunden und da fällt einem ein, ich müsste ja nochmal an den Kofferraum ran. Die große Heckklappe macht einem da schnell einen Strich durch die Rechnung. Schön zu sehen, auch hier hat man mitgedacht. Lässt sich das in der Heckklappe integrierte Fenster ganz bequem auch auf engstem Raum separat öffnen und hochklappen. So kannst Du durch das Fenster weitere Gegenstände einladen oder herausnehmen.

Doch der neue Opel Combo Life hat noch weitere clevere Lade- und Verstaumöglichkeiten in petto. Das große Fach in der Mittelkonsole habe ich bereits erwähnt, außerdem kann das untere und obere Handschuhfach genutzt werden. Da der Beifahrer-Airbag im Dach untergebracht ist, konnte hier zusätzlicher Raum geschaffen werden.

Du und Deine Mitreisenden können weitere Utensilien in den großen Türfächern im Fond verstauen. Die Vordersitze halten an ihrer Rückseite zudem Taschen für weitere Gegenstände bereit.

Wer das Panoramadach inklusive mittig verlaufendem Fach mit serienmäßiger LED-Beleuchtung ordert, erhält dazu auch eine 36 Liter fassende Box, die vom Dach hängend oberhalb der Gepäckraumabdeckung fixiert ist. Die Sicht durch den Rückspiegel wird dabei erfreulicherweise nicht eingeschränkt. Die Box lässt sich bequem vom Kofferraum aus beladen, aber auch der Zugriff von innen und während der Fahrt ist ganz einfach, denn auf der Seite zum Passagierraum befinden sich zwei praktische Schiebetüren.

Wem das unglaubliche Platzangebot noch nicht ausreichen sollte, kann darüber hinaus bis zu 1.500 Kilogramm an den Haken nehmen. Auf Wunsch ist eine fest montierte oder abnehmbare Anhängerzugvorrichtung verfügbar. Droht bei Fahrten mit dem Anhänger selbiger zu schlingern und aus der Spur zu geraten, sorgt das serienmäßige Anhänger-Stabilitätsprogramm für eine entsprechende Stabilisierung.

Der Opel Combo Life hat noch weitere Technik-Features verbaut, wie die aus den SUV-Modellen bekannte elektronische Traktionskontrolle Intelli-Grip. Das System passt die Kraftverteilung an die Vorderräder an und lässt gegebenenfalls Schlupf zu. Damit stellen auch Fahrten abseits der asphaltierten Pisten oder auf schneebedeckten Straßen kein Hindernis dar.

Ein weiteres Thema, das bei einer ersten Sitzprobe nicht im Vordergrund steht, an dieser Stelle allerdings nicht vernachlässigt werden soll, das Thema Motoren und Getriebe.

Für den Antrieb werden sowohl turbogetriebene Benzin- wie auch Dieselaggregate sorgen, die allesamt die Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen werden. Den Drei-und Vierzylinder-Motoren mit einer Leistung von 75 bis 130 PS stellt Opel Fünf- oder Sechsgang-Schalter zur Seite und gegen Aufpreis wird es erstmals sogar eine Achtstufen-Automatik plus Schaltwippen am Lenkrad geben. Eine Getriebealternative die man in dieser Fahrzeuggattung nun wirklich nicht erwartet und bis dato auch noch nicht gesehen hat.

Unüblich, aber absolut vorbildlich, nimmt der neue Opel Combo Life auch in Sachen Sicherheit eine Vorreiterrolle in seinem Segment ein und wartet neben zahlreichen Fahrer-Assistenten auch mit einer absoluten Neuheit bei Opel auf, dem Rangierschutz Flank Guard.

Das aus zwölf Sensoren bestehende System warnt beim Rangieren davor, dass eine Fahrzeugseite ein Hindernis, beispielsweise ein Pfeiler oder Wände, streifen oder mit ihm kollidieren könnte. Die Sensoren analysieren die unmittelbare Autoumgebung und warnen Dich über den Infotainment-Bildschirm, falls sie eine drohende Kollision erkennen und alarmieren Dich zusätzlich mittels Warntönen.

Aus anderen Opel-Modellen wiederum bekannt und künftig auch im Combo zu haben, ist der Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fußgänger-Erkennung, die Müdigkeitserkennung oder der adaptive Geschwindigkeitsregler. Dieser passt Tempo und Abstand an das vorausfahrende Fahrzeug an und informiert Dich mittels Geschwindigkeits-Assistent, sobald ein neues Tempolimit vom Verkehrsschild-Assistenten erkannt wird. Die Opel-Frontkamera bildet hierfür die Basis, ebenso für den Spurhalte-Assistent.

Der automatische Parkassistent erkennt nicht nur die geeignete Parklücke, er lenkt das Fahrzeug auch selbstständig und parkt den Combo sowohl ein als auch wieder aus. Du musst nur noch Gas und Bremse bedienen.

Zu welchen Preisen Du den neuen Opel Combo Life ab Sommer bestellen kannst, ist aktuell noch nicht bekannt. Genauso weiß ich nicht, wie teuer einen all die Innovationen zusätzlich zu stehen kommen. Fest steht, das Multitalent wird im Herbst in der fünften Generation zum Händler rollen.

Stand: April 2018; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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