Automobil-Trends: Entwicklungen im Jahr 2018

Die Automobilbranche befindet sich seit einigen Jahren im Umbruch. In Anbetracht von Trends wie der Elektromobilität, dem autonomen Fahren und der Verbreitung des Carsharings lastet ein hoher Innovationsdruck auf den Herstellern. Einige etablierte Geschäftsmodelle gilt es zu überdenken, denn auch 2018 sind die großen Themen der letzten Jahre von zunehmender Bedeutung. Weiterwachsender SUV-Absatz

Das gesamte letzte Jahrzehnt war bereits von einem SUV-Boom gekennzeichnet, der sich auch 2018 fortsetzen wird. Das Kraftfahrtbundesamt hat Zahlen veröffentlicht, wonach im SUVs bereits im vergangenen Jahr 2017 das am stärksten Wachsende Fahrzeugsegment darstellte (22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Das Jahr 2018 ist geprägt von der Markteinführung zahlreicher neuer SUV-Modelle, darunter der Jaguar E-Pace, der neue Jeep Wrangler, der Volvo XC40 und der BMW X2.

Eine wichtige Triebfeder des SUV-Trends sind die heterogenen Zielgruppen. So legt eine SUV-Studie von Ford offen, dass sich dieser Autotyp sowohl bei Millennials als auch bei Müttern und den so genannten Quitastics (Generation 50 Plus) hoher Beliebtheit erfreut.


Carsharing als Trend?

Die Automobilbranche sieht sich seit einigen Jahren mit dem Trend zu neuartigen Mobilitätskonzepten konfrontiert. Prognosen legen nahe, dass sich der Trend nicht nur 2018 fortsetzen wird.

Für Europa erwarten Beobachter bis 2025 einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent in diesem Bereich. Schrittweise nimmt die Bedeutung herkömmlicher Mobilitätsmodelle wie Fahrzeugbesitz und Individualverkehr ab. Im Bereich Carsharing erwarten Experten eine weitere Diversifizierung der Modelle für die Endkunden. Aber auch Mobilitätsdienstleister geraten stärker in den Fokus der Erstausrüster Original Equipment Manufacturer, OEM). Verschiedene Studien gehen davon aus, dass schon bis zum Jahr 2030 mehr als 10 Prozent der weltweiten Fahrzeuge in Mobilitätsdiensten genutzt werden. Im Zusammenhang mit dem Carsharing spielen Entwicklungen wie das Personal Public Vehicle eine wichtige Rolle. Schon jetzt ist der Wettlauf der Hersteller um diesen Mobilitätssektor im Gange.

Entwicklung der Elektromobilität

In ihrer Global Automotive Supplier Study 2018 gehen Roland Berger und Lazard davon aus, dass die E-Mobilität auch 2018 weiter voranschreiten wird. Eine Triebfeder ist der Diesel-Gipfel der Bundesregierung, bei dem Maßnahmenpakete erarbeitet wurden, um die Elektromobilität in der Bundesrepublik auszuweiten. Bis 2025 soll der Anteil der E-Autos an Neuzulassungen auf etwa ein Drittel steigen. Für andere Staaten wird ein noch schnellerer Anstieg der E-Mobilität prognostiziert. Insbesondere China zeigt hohe Investitionen in die Elektromobilität sowie in die Ausbildung entsprechender Ingenieure.

Gemäß dieser Entwicklung haben nahezu sämtliche Hersteller schon in den letzten Monaten angekündigt, den Anteil an Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen zu erhöhen. Ein Innovator in dieser Entwicklung ist der japanische Hersteller Toyota, der bis zum Jahr 2023 genau 40 verschiedene elektrisch oder teilelektrisch betriebene Fahrzeuge anbieten will (im Jahr 2016 waren es erst 25). Auch die deutschen Konzerne Volkswagen und Daimler planen einen deutlichen Ausbau des Angebots in diesen Bereichen. So soll es bis 2023 bis zu 32 (teil-)elektrische Mercedes-Benz-Modelle geben (gegenüber 16 im Jahr 2016).

Gemäß VDA-Angaben investiert die deutsche Automobilindustrie bis 2020 eine Summe von etwa 40 Milliarden Euro. Wichtige Punkte im Hinblick auf die Akzeptanz der Elektroantriebe bei der breiten Automobilkundschaft umfassen:

  • die Reichweite
  • die Batteriekosten
  • die Ladezeit
  • die Lade-Infrastruktur
  • die steuerlichen Rahmenbedingungen

Damit der Marktanteil in gewünschtem Umfang steigen kann bedarf es unter anderem des Ausbaus der Ladeinfrastruktur, schnellerer Ladezeiten sowie attraktiver Reichweiten. Der Erfolg dieser Antriebsart hängt wesentlich von den Fortschritten in der Batterietechnik ab.

Autonomes Fahren: Stellenwert der Politik

Auch die Entwicklung hin zum autonomen beziehungsweise automatisierten Fahren setzt sich 2018 fort. Die Studie von Roland Berger und Lazard geht davon aus, dass Fahrzeuge hoher Autonomiestufe schon in etwa 20 Jahren einen Marktanteil von bis zu 25 Prozent weltweit erreicht haben können. Begleitend zeigt sich weiterhin ein Trend in Richtung der Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge.

Eine wichtige Stellschraube für das autonome Fahren sind Entscheidungen der Politik. Insbesondere Landesregierungen entscheiden über die Rahmenbedingungen für die Serienzulassung autonomer Vehikel. Ausschlaggebend für die Serienreife ist eine umfassende Erprobung neuer Technologien im realen Straßenverkehr. Im Hinblick darauf sind US-amerikanische Hersteller im Vorteil, da politische Rahmenbedingungen und der Ausbau der Infrastruktur den Ausbau der autonomen Mobilität verbessern.

Fazit

Das Automobiljahr 2018 ist gekennzeichnet vom fortdauernden SUV-Boom, dem Ausbau der Elektromobilität und dem autonomen Fahren. Die Marktanteile dieser Fahrzeuggruppen werden voraussichtlich mittel- und langfristig zunehmen. Auch das Carsharing stellt einen nachhaltigen Trend dar, für den sich Automobilhersteller schon jetzt rüsten. Der Anpassungsdruck an diese vielseitigen Trends wächst und Hersteller arbeiten an einer entsprechenden Umgestaltung ihrer Geschäftsmodelle.

Stand: Juni 2018; Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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