Achte Generation Ford Fiesta

In der über 40jährigen Geschichte des Ford Fiesta können die Kölner mit 17 Millionen verkauften Modellen auf einen wahrlich großen Erfolg zurückblicken. Eine erste Ausfahrt mit der neuen und mittlerweile achten Generation Ford Fiesta lässt eine erfolgreiche Fortsetzung erahnen.

Die Auswahl an Ausstattungsvarianten kann sich wirklich sehen lassen, wenn diese auch zum Verkaufsstart noch etwas eingeschränkt ist, werden beispielsweise der luxuriöse Vignale und die sportliche ST-Line im Herbst diesen Jahres folgen. Wer sich noch bis zum Frühjahr 2018 gedulden kann, kommt sogar in den Genuss des 200 PS starken ST. Erstmals wird Ford dem Fiesta auch eine Crossover-Version, genannt Active, zur Seite stellen, dessen Marktstart ebenfalls für Anfang 2018 angesetzt ist.

Während dieser ausschließlich als 5-Türer ausgeliefert wird, werden die übrigen Versionen des neuen Ford Fiesta wieder wahlweise auch als Dreitürer erhältlich sein.

Für welche Karosserie-Variante Du Dich letzten Endes auch entscheidest, der neue Ford Fiesta steht deutlich klarer, mit weniger Sicken und insgesamt eleganter da, von der betont dynamischen Erscheinung der siebten Generation verabschiedet sich das neue Modell. Eine Entscheidung, die ich persönlich bedauere, doch möchte man der breiten Masse gefallen, ist dieser Schritt laut Ford unumgänglich. Nun gut, Volkswagen bestätigt diese These seit jeher, doch wer CARWALK – Der Autoblog verfolgt, der weiß, ich falle da lieber aus dem Rahmen, als mit der Masse zu gehen.

Und zweifelsohne war das bis dato verkaufte Modell für Ford ein Verkaufsgarant – auch MIT seinem dynamischen Blechkleid. Aber ich möchte darauf jetzt gar nicht näher eingehen, nichts geht weiter auseinander als Geschmäcker. Das hat mir eine Diskussion mit meinen Kollegen nur zu gut aufgezeigt, hier waren wir uns übrigens auch über die Farbpalette sehr uneinig. In meiner Fotogalerie habe ich in jedem Fall meinen Favoriten abgelichtet 😉

Ford stellte während der Präsentation gerne die neue Hochwertigkeit im Innenraum in den Vordergrund. Doch genau hier muss ich meine Enttäuschung und Kritik zum Ausdruck bringen – Geschmack hin oder her. Denn was ich hier an Tür und Armatur zu sehen bekam, entspricht so gar nicht dem, was ich erwartet, geschweige denn, was ich von Ford angekündigt bekommen habe.

Wenig angreiffreundlich und vor allen Dingen optisch deutlich als billiges Hartplastik zu erkennen, möchten diese vereinzelten Elemente so gar nicht zum ansonsten wertigen Gesamteindruck passen.

Auch ich fand in der Vergangenheit an den mit Tasten und Schaltern überladenen Armaturen weniger gefallen, umso mehr freut es mich, dass Ford die Kritik angenommen und das Cockpit nun spürbar luftiger und klarer gestaltet hat.

Die Anzahl der Bedienelemente wurde nahezu um die Hälfte reduziert und so gelingt insbesondere die Steuerung über das neue Konnektivitäts- und Entertainmentsystem Ford SYNC 3 (ab „Cool & Connect“ Serie) sehr intuitiv. Ist der hoch platzierte Touchscreen zum einen gut erreichbar und kann darüber hinaus über Sprachbefehle gesteuert werden.

Wer sein USB-Kabel zur Hand hat, kann auch seine Smartphone-Apps dank AppLink und Apple CarPlay und Android Auto einfach per Sprachbefehl steuern. Der Kauf eines integrierten Navigationssystems ist somit auch nicht mehr nötig. Wer nur auf die Musikbibliothek seines Handys zugreifen oder über die Freisprechfunktion verfügen möchte, kann dies natürlich kabellos via bluetooth.

Abhängig von Deiner Ausstattungswahl, ist das Display 6,5 oder sogar 8 Zoll groß ausgeführt, eine Bildschirm-Diagonale von 20,3 Zentimetern ist gerade im Kleinwagensegment eine absolute Seltenheit.

Erstmals kannst Du Deinen Ford Fiesta auch mit einem großartigen Panorama-Schiebedach ausstatten. Durchflutet dieses den Innenraum nicht nur mit reichlich Licht, Du kannst es sogar elektrisch öffnen und das fast über die gesamte Dachpartie, womit der neue Fiesta auch ungeahntes Open-Air-Feeling bietet.

Eine weitere Premiere stellt das optional erhältliche, beheizbare Lenkrad dar, jetzt an den heißen Sommertagen natürlich gerne zu vernachlässigen, möchtest Du dieses Extra im frostigen Winter mit Sicherheit nicht mehr missen.

Und auch in punkto Fahrer-Assistenzsysteme hat Ford einiges im Gepäck. Basierend auf zwei Kamera-, drei Radar- und zwölf Ultraschall-Modulen kannst Du so einen 360-Grad-Bereich rund um das Fahrzeug überwachen.

Womit ich gleich zu einem Novum im Kleinwagensegment kommen möchte, dem Cross Traffic-Alert-System, warnt es Dich beim rückwärts Herausfahren aus Parkbuchten oder Einfahrten vor anderen sich seitlich nähernden Verkehrsteilnehmern.

Als erste Baureihe von Ford kann der Fiesta auch mit der jüngsten Generation des Pre-Collision-Assist inklusive Fußgänger-Erkennung glänzen. Erkennt das System Menschen auch bei Nacht und verhindert frontale Kollisionen mit diesen oder anderen Fahrzeugen, vermindert aber in jedem Fall die Schwere des Aufpralls.

Erstmals kann der Fiesta auch mit dem Aktiven Park-Assistent ausgestattet werden. Dieser unterstützt Dich sowohl beim Ein- wie auch Ausparken, nimmt Dir die Lenkarbeit ab und verhindert Parkrempler. In diesem Punkt muss in jedem Fall auch der von Ford entwickelte Türkantenschutz seine Erwähnung finden. Wickelt sich das für 150 Euro erhältliche Extra beim öffnen der Tür automatisch um die entsprechende Kante und schützt so vor unschönen Beschädigungen.

Die Kölner haben aber noch weitere Helferlein serienmäßig oder gegen Aufpreis im neuen Ford Fiesta verbaut, vom einstellbaren Geschwindigkeitsbegrenzer über die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, den Toter-Winkel-Assistent und Müdigkeitswarner bis hin zum Fahrspur- und Fahrspurhalte-Assistent sowie dem Distanzwarner.

Mit dem 675 Watt B&O PLAY Sound System hat Ford aber noch ein weiteres Komfort-Highlight in petto. In Kooperation mit Harman International setzt Ford auf höchste Klangqualität und zehn strategisch angeordnete Premium-Lautsprecher, sogar im Kofferraum finde ich einen integrierten Subwoofer vor.

Apropos Kofferraum, hier bringe ich mit 269 Litern auch bequem was unter und hole durch Umlegen der Rücksitze sogar ein Ladevolumen von bis zu 1.093 Liter heraus.

Insgesamt um sieben Zentimeter länger, wuchs der Radstand lediglich um vier Millimeter an und doch sprechen die Verantwortlichen im Fond von 12 Millimeter mehr Beinfreiheit. Und tatsächlich bietet mir der neue Ford Fiesta mit meinen 1,80 Metern auch auf der Rückbank (bei einem ebenfalls auf mich eingestellten Fahrersitz) noch ausreichend Luft und das auch im Kopfraum.

Komfort ist aber natürlich und vor allen Dingen eine Frage des Fahrwerks und hier hat Ford vorbildliche Arbeit geleistet. Traf ich bei meiner ersten Ausfahrt auf wirklich schlecht ausgebaute Straßen, diese sind mir aber zu keiner Zeit negativ aufgestoßen und so kann die neue Generation Fiesta gerade für einen Kleinwagen mit einem tollen Abrollkomfort aufwarten, ein störendes Poltern konnte ich hier genauso wenig wahrnehmen wie ein hartes Durchschlagen von Schlaglöchern.

Ebenso gefallen hat mir der Kleine bei der flotten Kurvenhatz, während mir die Lenkung ein tolles Lenkgefühl bot, lag das Fahrzeug sicher und nur wenig untersteuernd auf der Straße, die elektronische Fahrdynamikregelung Torque Vectoring Control verbessert hier den Grip spürbar.

Auf den ersten Tritt reagierte die Bremse vielleicht etwas zu fest, aber nach nur wenigen Testkilometern hatte ich mich auch daran gewöhnt. Am Ansprechverhalten gibt es auf jeden Fall nichts zu meckern.

Zunächst geht Ford mit drei Motoren in unterschiedlichen Leistungsstufen an den Start, der preisgekrönte Ford EcoBoost-Dreizylinder mit 1,0 Liter Hubraum fehlt hier erfreulicherweise nicht und zählt ganz klar zu meinem persönlichen Favorit, ob nun mit 74 kW / 100 PS oder 92 kW / 125 PS, durchzugsstark und sparsam gefällt mir die gesamte Abstimmung. Das gilt auch für die Getriebekombinationen, ob nun serienmäßig mit dem schön geführten Sechsgang-Schaltgetriebe (kombinierte CO2-Emissionen liegen hier bei 97 bzw. 98 g/km, der Verbrauch im Mix bei 4,3 Liter) oder für die schwächere Version erhältliche Sechsgang-Automatik (118 g/km/5,2 Liter). Für die „ST-Line“ und den „Vignale“ wird es den EcoBoost sogar in einer 140 PS-Version geben.

Neu und bereits jetzt erhältlich ist eine weitere Dreizylinder-Variante, die ohne Turbo-Aufladung auskommt und mit 1,1 Litern Hubraum wahlweise 70 PS (52 kW) oder 85 PS (63 kW) leistet (die kombinierten CO2-Emissionen liegen entsprechend bei 101 g/km und 4,4 Liter auf hundert Kilometer). Hier musst Du Dich allerdings mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe begnügen.

Last but not least, möchte ich dann noch den 120 PS (88 kW) starken 1,5 Liter großen TDCi-Turbodiesel erwähnen, der laut Ford doch tatsächlich bis zu 30 Prozent einnehmen soll. Ein feiner Motor ist es allemal, doch in Anbetracht des Fahrzeugsegments und der leidigen Dieseldebatte überrascht mich diese Prognose dann doch.

Und dann hat Ford ja noch eine 63 kW / 85 PS Version im Portfolio. Hierfür gibt der Hersteller einen kombinierten CO2-Ausstoß von lediglich 82 g/km an.

Unabhängig von der Motorisierung, die Euro6 Norm erfüllen sie alle (auch ohne SCR laut NEFZ), das automatische Start-Stopp-System ist jedoch nur zum Teil serienmäßig an Bord, kann aber auf Wunsch geordert werden.

Bestellen kannst Du den neuen Ford Fiesta bereits, die offizielle Markteinführung ist für den kommenden 8. Juli angesetzt und dem ein oder anderen wird vielleicht der mit 12.950 Euro teurere Einstiegspreis auffallen. Doch mit dem Wegfall der bis dato erhältlichen Basisversion Ambiente, startet der neue Ford Fiesta nun bereits in der gut ausgestatteten Trend-Variante. Zählen hier unter anderem elektrische Fensterheber vorn mit Quickdown-Funktion, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, das MyKey-Schlüsselsystem mit individuell programmierbarem Zweitschlüssel, ein Geschwindigkeitsbegrenzer sowie elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel mit integrierten Blinkleuchten oder der Fahrspur-Assistent inklusive Fahrspurhalte-Assistent zum serienmäßigen Umfang.

Insgesamt wird es sieben Ausstattungsvarianten geben, wenn auch jetzt zu Beginn neben der Einstiegsvariante Trend „nur“ das Editionsmodell Cool & Connect ab 14.900 Euro sowie der sehr beliebte Titanium ab 17.050 Euro erhältlich sind.

Im Herbst folgen wie eingangs erwähnt, die sportliche „ST-Line“ ab 17.800 Euro, der luxuriöse „Vignale“ ab 20.600 Euro und im Frühjahr 2018 das Crossover-Modell „Active“ und der ultimative „ST“.

Sehen lassen kann sich auch das Angebot an Individualisierungsmöglichkeiten, stehen Dir für den neuen Ford Fiesta 25 Ausstattungs-Pakete zur Wahl bis hin zu Kontrast-Paketen für die Lackierung des Dachs und der Außenspiegelgehäuse in Kontrastfarbe.

Stand: Juli 2017; Test und Fotos: CARWALK – Der Autoblog

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3 Gedanken zu “Achte Generation Ford Fiesta

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